Daniel Rau: Seit 2002 neuer Geschäftsführer im Bistro des alten Wachthauses

‚Am heutigen Dienstag ~ wird am südlichen Ende der Fußgängerzone Marktstraße ein

neuer gastronomischer Betrieb eröffnet.

Im alten Wachthaus, das bis Mitte 1975

Sitz des Kirchheimer Polizeireviers war

und in dessen Arrestzelle in den vergang-

enen Jahrzehnten mancher Bruder

Leichtfuß seinen Rausch ausschlief, sollen

Frohsinn und Gemütlichkeit einziehen.“

So berichtete der Teckbote am

Dienstag, 8. Februar 1977.

 

Was Daniel Rau an diesem Tag gemacht

hat, ist nicht überliefert. Dass er ein viertel

Jahrhundert später Geschäftsführer im

Erdgeschoss des Wachthauses werden

würde, hat er zu diesem Zeitpunkt auch

noch nicht gewusst. Wahrscheinlich hat er

an jenem Februartag im elterlichen Gast-

hof mit einer angeschlossener Schinken-

räucherei in der Nähe Pforzheims mitge-

holfen, 1965 in Stuttgart geboren, ist er im

nördlichen Schwarzwald aufgewachsen,

1980 vorschlug es ihn nicht zuletzt wegen

seiner Ausbildung auf die Wirtschafts-

schule nach Kirchheim, um anschließend

das Fleischerhandwerk von der Pike auf

zu lernen. Doch schon während seiner

Schul- und Lehrzeit arbeitete er an den

Wochenenden im damals schon längst

über Kirchheims Grenzen hinaus bekann-

ten Wachthaus — um etwas dazu zu ver.

dienen.

 

Gepachtet hatten damals das Wachthaus

die beiden Gastronomen Heinz Piber und

Heinz Maurer, Sie beauftragten einen

Kirchheimer Architekten mit dem Umbau.

Es gelang, im Einvernehmen mit dem

Landesamt für Denkmalpflege und dem

Hochbauamt, dieses alte unter Denkmal-

schutz stehende Gebäude äußerst vor-

sichtig und stilgerecht seiner neuen

Bestimmung zuzuführen.

 

Äußerliche Veränderungen traten nur

wenig in Erscheinung. Lediglich die Fach-

werkfassade des Gebäudes, das besonders reizvoll den Zugang von der Alleenstraße

in die obere Marktstraße flankiert,

wurde seinerzeit renoviert — und das

Haus erhielt zudem einen neuen Anstrich.

Am vorderen, ältesten Teil aus dem 16.
Jahrhundert wurde zur alten Marktstraße
ein neues Wirtshausschild‘ angebracht.
Dies stammt von der ehemaligen
„Traube“. In Richtung Schlossgraben
hatte der alte Bauteil dann noch drei

Anbauten gehabt, die später entstanden

waren. Der Aüßerste wurde abgebrochen,

um den Zugang zum Kinderspielplatz im

Schlossgraben freizugeben, die beiden anderen sind Bestandteile der Lokalität geworden.

 

Türhohe  Flügelfenster prägen das Bild Richtung Biergarten. Zwei davon geben den Austritt vom Lokal auf die Café-

Terrasse frei, die während der Open-Air-

Saison einer der beliebtesten Treffpunkte

Kirchheims darstellt.

 

In den Innenräumen wurde so weit wie

möglich das alte Fachwerk, welches aus

handbehauenen, geflößten Eichenbalken

besteht, freigelegt. Auf diese Weise sind

Räume und Raumaufteilungen entstanden,

die einen durchaus spätmittelalterlichen Eindruck aufkommen lassen. Zuerst

war im Obergeschoss des Wachthauses

ein österreichisches „Nobelheurigen

Weinlokal“ angesiedelt. Doch bereits

zehn Jahre später wurde Tindaro Adornetto

mit der Bewirtschaftung des Restaurants betraut, der seinen sizilianischen Ursprung mit vielen Pasta und Fischgerichten ein-

brachte. Das Ristorante bietet neben der gehobenen italienischen Küche auch Pizzen an und ist bekannt für sein sehr gutes Weinangebot, wobei die Weine oft selbst aus der Toscana und aus dem Piemont importiert werden. Die Einrichtung besteht aus englischen Bauernmöbeln und bietet 50 Restaurantbesuchern Platz.

 

Das Bistro hat sich mit Bar und Biergarten
zu einem Treffpunkt für Jung und Alt ent-
wickelt, der auch internationalen
Ansprüchen gerecht wird. Die Mischung
aus Bistro, Cocktailbar, Biergarten und
italienischem Restaurant wurden nicht
nur von der Kirchheimer Bevölkerung
sehr gut angenommen.

Die großzügig gestaltete Bar und die gemütliche Atmosphäre im Bistrobereich, die durch klassische Möblierung und Kunstwerke an den Wänden geschaffen wird, laden zum Verweilen ein. Dafür stehen den Gästen im Erdgeschoss 70 Sitzplätze zur Verfügung.


Hauptanziehungspunkt ist natürlich in

der wärmeren Jahreszeit der Biergarten.
Unter dem schattenspendenden Magnoli-
enbaum und unter der extra angefertigten
Beschirmung, die auch ein paar Regen-
tropfen verkraftet, haben bis zu 240 Per-
sonen Platz.

 

Dem Ambiente, Bekanntheitsgrad seiner

Lage und dem bunt gemischten Publikum

konnte sich Daniel Rau nach kurzer ~

Einarbeitungszeit nicht mehr entziehen. Und so sagte er dem Metzgerhandwerk

und dem Gesellenleben nach fünf Jahre

Lebewohl, um sich fortan mit Erfolg ganz

auf die Gastronomie zu konzentrieren.

Das ist nunmehr 20 Jahre her. Nachdem

der Mitbegründer und Geschäftsführer

des alten Wachthauses, Heinz Maurer, in

den wohlverdienten Ruhestand ging~

übernahm er den gesamten Aufgaben-

bereich.

 

Daniel Rau lebt in einer festen Partner-

schaft mit seiner Freundin Jasmin, die

sich, wenn Not am Mann ist, ebenfalls in

die Arbeitswelt des Alten Wachhauses mit

einbringt. Der rund 14-stündige Arbeitstag

beginnt für Rau um 10 Uhr: „Der gute und

gewachsene Kontakt zu unseren Kunden

lässt sehr schnell den großen Zeitauf-

wand vergessen und entschädigt für den

teilweise stressigen Tag.“ Für 2006

wünscht sich der Hobby-Kicker einen

Aufschwung für die Wirtschaft und

Gastronomie, Er ist sicher, dass die

bevorstehende Fußball-WM hier ihren

Beitrag leisten wird.

 

Bericht des Teckboten Anfang des Jahres 2006


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